NATUR & TIER
GANZHEITLICH
ERFASSEN UND VERSTEHEN
LERNEN

 

Ich bin bekennender “Jäger” und “bestätigter Jagdaufseher”, Naturschützer, Tierliebhaber, Menschenfreund, … und schon etwas älter.

Ich brauche einen Paradigmenwechsel … jetzt.

Natur “ganzheitlich erfassen und verstehen lernen”, nicht auf die “Nur-mein-Wald” Philosophie mancher Forstämter hereinzufallen oder die sogenannten “Schießer” der Jäger zu bedienen, sondern von allen Beteiligten die “guten und richtigen” Argumente zu hören und dann auch für mich bewerten zu können, ist für mich jetzt der vorrangige Schritt.

Für den Bereich der Jagd kann ich dies gut im Rahmen der Mitarbeit in meinem Jagdverband tun, dort gibt es viele die so denken wie ich.

Für die Tierbiologie findet sich bestimmt der ein oder andere “mitjagende” Tierarzt.

Für den Wald und den Pflanzen bin ich noch auf der Suche, denke mir aber das es genug Förster gibt, die ein solches Ansinnen bestimmt nicht ablehnen werden.

Auch die anderen Naturschutzverbände möchte ich hören, ohne ein “verbiestertes Gegeneinander”. Mal schauen wen ich dazu begeistern kann.

Ich bin also guter Dinge und freue mich auf diesen Reset / Neustart in meiner Jagdlaufbahn. Einige Gedanken dazu habe ich hier einfach einmal aufgeschrieben.

Gedankengang

Ich bin ein durchaus überzeugter Jäger und Heger – und in einer “alten” Familie von Berufsjägern und Förstern groß geworden. Wollte eigentlich wegen meiner Nähe zu Tieren unbedingt Tierarzt werden – der Numerus Clausus und die Studiengelder haben damals leider nicht gereicht. Ich esse immer noch gerne einen guten Wildbraten, aber …

Nach nun einiger Zeit als Jäger und Jagdaufseher, dort mit vielen guten Gesprächen aber auch etwas inspiriert durch die Bücher von Peter Wohlleben sowie der Presse zum Klimawandel, Waldsterben und den Naturschutzbünden, machen viele deren Festlegungen für mich nur mehr jeweils für sich alleine genommen Sinn.

Der Begriff der Waidgerechtigkeit welchem ich im heeren Glauben auch weiterhin nacheifere wird für mich von Einzelnen nicht mehr in einer ganzheitlich sinnhaften und fachlich ordentlichen Weise angenommen und umgesetzt. Stichwort “Tierwohl oder sollte ich sagen §22 BJG!”

Politik und Naturschutzbünde sehen jeweils nur eine Facette der gesamten Natur und handeln oder besser “fechten” mit brachialer Gewalt in diese eine Richtung. Stichwort “Wald vor Wild”; Stichwort “Wolf”

Die Landwirtschaft fordert die Dezimierung von Lebewesen aus welch auch immer für  statistischen Gründen. Es fehlt komplet an einem Blick über den Zaun, es fehlt an vernetztem Denken (siehe Frederic Vester). Stichwort “Fuchsjagd, Wildschäden”

Bei allen diesen oft differgierenden Einzelinteressen will und werde ich zur korrekten Umsetzung des alten Begriffs der Waidgerechtigkeit (Hege) mein Gewissen erleichtern und mein “Jagen” zukünftig nur zu einer sinnvollen und ethisch für mich vertretbaren Weise zur Verfügung stellen.

Ich muss für mich zunächst ein abgerundetes, ganzheitliches und vernetzt stimmiges “Bild” von NATUR-TIER-LANDSCHAFT finden.

1. Grundsatz

Zunächst keine Jagd mehr für Dritte, z.B. “weil ich es bezahlt habe”, “weil ich den Wildschaden habe”. Und vor allem nicht ohne fachliche Hinterfragung. Ich denke das bin ich der Kreatur schuldig!

2. Grundsatz

Keine Unterstützung mehr von Verantwortlichen (z.B. Revierpächtern) die nur auf zweifelhafte Motivationen hin ihr Gewerbe betreiben, den Nachwuchs nicht in die gute Tradition der Waidgerechtigkeit führen, … also das Ganze als Gewerbe betreiben.

3. Grundsatz

Kompetenz erwerben (z.B. über den Wald, die Wildbiologie, die Zusammenhänge in der Natur usw.) um in Diskussionen auch fachlich ordentlich und vernetzt Position beziehen zu können. Ich möchte alle Seiten verbinden können.

4. Grundsatz

Ich möchte an der Natur dran bleiben (daher Naturfotographie), Kompetenzen sammeln und dazu tatkräftig im Jagdverband zum Wohle der Jagd “auf meine Weise” mitarbeiten.

Kurzgefasst

Ich kann es für mich nicht mehr verantworten Tiere für oder auf Wollen Anderer zu erschießen, wenn dies nicht meinen hohen Zielen der Waidgerechtigkeit und der fachlich geordneten Jagdausführung entspricht.

Ich bin und bleibe gerne Jäger, aber nicht “um jeden Preis” und nicht zu jedem beliebigen Zweck und schon gar nicht um einem Gewerbe zu dienen.

Ich wechsele daher die Art der Durchführung meines Hobbies. Bilde mich weiter, Fotografiere und “jage” wenn möglich auf diese Weise und versuche mich in diesem Sinne “nützlich” zu machen.

Fussnote

Buchempfehlung für die fundierte Auseinandersetzung mit der Angelegenheit!

Hier werden am Beispiel der Bekämpfung der Malarie sehr gute Tipps gegeben und Entscheidungsprozesse erläutert. Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen, ich habe die Empfehlungen von Prof. Dörner und seinen Mitarbeitern in meiner Dienstzeit für manch schwierige Entscheidung nutzen dürfen.

In komplexen, vernetzten und dynamischen Handlungssituationen macht unser Gehirn Fehler: Wir beschäftigen uns mit dem ärgerlichen Knoten und sehen nicht das Netz. Wir berücksichtigen nicht, dass man in einem System nicht eine Größe allein modifizieren kann, ohne damit gleichzeitig alle anderen zu beeinflussen. Können wir daran etwas ändern?
«Originelle Wissenschaft kann sich durch Verschiedenes auszeichnen: durch ungewöhnliche Fragestellungen, Methoden, Konzepte oder Begriffsbildungen. Im glücklichsten Fall durch dies alles zusammen. Mit der ‹Logik des Misslingens› liegt ein solcher Glücksfall vor.

Buchempfehlung z.B.
https://www.rowohlt.de/buch/dietrich-doerner-die-logik-des-misslingens-9783644011618

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